Eigentlich schon fast ein Nachruf, doch dazu später mehr. Ich habe nämlich (auch) eine richtige Klassikgitarre. Zumal ich auf so einem Instrument vor vielen Jahren meine ersten zupfenden Schritte unternommen habe.

Eine Alhambra 4P, vor vielen Jahren gebraucht gekauft, nachdem ich eine Schwester im Musikladen gespielt und für gut befunden habe. In den letzten Jahren fristete sie ein unrühmliches Dasein im Schatten bzw. Gitarrenkoffer und sah nur wenig Tageslicht.
Als ich ihr neulich einen neuen Satz Saiten spendiert habe, machte das Anspielen trotzdem nicht so recht Spaß und ich hab mir den Hals genauer angeschaut und die Saitenlage und siehe da:

Der Hals ist krumm. gewinnt in den ersten Bünden bereits eine Saitenlage von 2,5 auf über 5 mm und ist dementsprechend schlecht spielbar. Nun hat die Gitarre typischerweise keinen Stahlstab im Hals, um die Krümmung einzustellen und damit geht das in Richtung Totalschaden. Wirklich schade, denn hier haben wir klassische spanische Bautradition mit Zederndecke und einem Mahagonihals sowie Korpus aus irgendetwas anderem als das typische Palisander.

Alles sauber in Hochglanz lackiert und auch nach sicherliche mehr als 20 Jahren Alter an sich noch tadellos in Ordnung. Die goldenen Mechaniken deuten einen gehobenen Anspruch an.

Tönen tut sie romantisch warm, wenn ich echte Klassik spielen könnte, wären hier schöne Klänge möglich. Nicht Flamenco und nicht die deutsche Fichten-Tradition, die nüchterner/klarer tönt.


Reparatur von verzogenen Hälsen ist eine komplexe Maßnahme, die nur ein erfahrener Gitarrenbauer kann und daher aufwändig und teuer ist. Sehr schade, ich fürchte, unsere Wege werden sich trennen müssen…..:(